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Trotz Support-Ende Updates für Windows XP und Vista

Ein ungewöhnlicher Zug von Microsoft: Da offenbar Windows XP und Vista noch weit verbreitet sind, hat das Unternehmen nun trotz teils bereits mehrjährigem Support-Ende noch einmal Sicherheitsaktualisierungen dafür veröffentlicht. Die Sicherheitslücken waren offenbar so heikel, dass das Redmonder Unternehmen sich zum Handeln gezwungen sah. Es geht offenbar um die Schwachstellen, die in den Leaks der NSA- und CIA-Exploitsammlungen zur Infiltration von Rechnern ausgenutzt werden.

Dies ist jedoch mitnichten als Wiederbelebung der alten, unsicheren Software zu verstehen. Das Unternehmen weist deutlich darauf hin, dass ausschließlich die gefährlichsten Probleme beseitigt würden. Andere Patches, die es für neuere Betriebssysteme bereits gibt, werden nicht mehr dafür angeboten. Die aktuellen Patches stellten zudem keine Verlängerung des Supports dar.

Die letzten Punkte sind wichtig zu berücksichtigen. Wenn beispielsweise Laufzeitumgebungen wie .Net Aktualisierungen erhalten, die von Microsoft nicht auf den alten, nicht mehr unterstützten Betriebssystemen angeboten werden, und diese dazu führen, dass Drittanbietersoftware auf den alten Systemen dann nicht mehr läuft, können die Hersteller der Software dieses Manko im Betriebssystem nicht ausgleichen – die Software funktioniert dann einfach nicht mehr korrekt. Dementsprechend sollten nicht nur sicherheitsbewusste Nutzer die Finger von nicht mehr unterstützten Betriebssystemen wie Windows 2000, XP, Vista und Server 2003 lassen und besser auf aktuelle Software setzen. Die vermeintliche Ersparnis relativiert sich ganz schnell, wenn Probleme aufgrund veralteter Software auftauchen und den Arbeitsfluss stören oder zusammenbrechen lassen.

Mehr NSA-Exploits: EternalRocks folgt auf WannaCry

IT-SecurityNachdem vergangene Woche der Erpressungstrojaner WannaCry für Aufsehen sorgte, da er sich mittels Sicherheitslücken im Windows-Betriebssystem als Wurm weiter in Netzwerken verbreitet hat als bislang für Ransomware üblich, hat Miroslav Stampar vom kroatischen CERT neue Verschlüsselungstrojaner entdeckt, die er EternalRocks respektive MicroBotMassiveNet genannt hat; Varianten wurden auch als BlueDoom erkannt. Während WannaCry nur einen Exploit aus dem geleakten Einbruchswerkzeugkasten der NSA verwendet hat, nutzt EternalRocks gleich sieben an der Zahl, um sich per SMB-Schwachstellen im Netzwerk auszubreiten. Die NSA nannte die Exploits EternalBlue, EternalChampion, EternalRomance und EternalSynergy sowie ArchiTouch, SMBTouch und DoublePulsar. Dies erklärt auch die Namenswahl Stampars für den Schädling. Seit dem März-Patchday 2017 sind für alle unterstützten Windows-Betriebssysteme Updates verfügbar, die die Sicherheitslücken schließen. Im Mai hat Microsoft zudem für die offiziell nicht mehr unterstützten Betriebssysteme Windows XP, 8 und Server 2003 Patches herausgegeben.

EternalRocks ist ein mehrstufiger Trojaner und hat zunächst keine konkrete Schadfunktion, sondern lädt einen TOR-Client nach, über den er Befehle von seinem Command&Control-Server abholt und abwartet. Die Verzögerungen bei den Aktionen sollen dazu dienen, unter dem Radar von Analysesoftware und Verhaltenblockern zu bleiben.

Wichtig zum Schutz vor solchen Trojanern ist neben dem Einsatz einer aktuellen Antivirensoftware sowie dem regelmäßigen Anlegen von Backups der wichtigen Daten natürlich, das Betriebssystem aktuell zu halten und alle verfügbaren Aktualisierungen einzuspielen.

Verschlüsselungstrojaner und Wurm: WannaCry richtet großen Schaden an

IT-SecurityAm Freitag Abend häuften sich Meldungen zu einem neuen Verschlüsselungstrojaner, der zahlreiche Rechner und Netzwerke zunächst in Russland, dann in England und schließlich weltweit befallen hat. Der Erpressertrojaner WannaCry verschlüsselt nicht nur die Daten und droht, diese am 19. Mai zu löschen, sondern nutzt eine Sicherheitslücke in Windows-Netzwerkfreigaben aus, um sich in Netzen auszubreiten und weitere Systeme zu befallen. Auf unterstützten Windows-Systemen hat Microsoft diese Sicherheitslücke, deren Bestehen durch das Portfolio der bekannt gewordenen NSA-Exploit-Sammlung öffentlich wurde, bereits am März-Patchday geschlossen. Aufgrund des Ausbruchs hat das Unternehmen in einem außergewöhnlichen Schritt jedoch noch Windows-Updates für alte, nicht mehr unterstützte Systeme wie Windows XP oder Server 2003 nachgelegt. Nutzer und Administratoren sollten diese umgehend einspielen!

Ransomware ist inzwischen nichts Neues mehr – jedoch zeigt die WannaCry-Attacke einige Besonderheiten: Die Schadsoftware hat große Hersteller getroffen, etwa viele Krankenhäuser und die Rechner des nationalen Gesundheitsdienstes von Großbritannien, Werke der Autohersteller Nissan und Renault oder auch die spanischen und portugiesischen Telekom-Unternehmen Telefonica und Telecom. Nicht zu vergessen natürlich, auch die Deutsche Bahn. Neben der klassischen Infektion via Links in E-Mails nutzt der Schädlinge eine Sicherheitslücke, um sich wie ein Wurm im Netz weiter zu verbreiten und so wesentlich mehr Schaden anzurichten. So müssen gegebenenfalls ganze Netzwerke neu aufgesetzt werden, anstatt wie bislang nur der einzelne infizierte Rechner im Unternehmensnetz.

Die bekannten Schädlinge wurden bereits am Freitag von guten Virenscannern wie denen von eScan oder AVG erkannt und blockiert. Die zumeist bereits umgesetzten Sicherheitskonzepte, die auch regelmäßiges Backup aller Daten mit einschließen, helfen auch hier, die Auswirkungen der Angriffswelle einzuschränken und rasch wieder in den produktiven Betrieb zu kommen, sollte die eigene Antivirenlösung die Schädlinge noch nicht erkannt haben.

Microsoft liefert Notfallpatch gegen schlimme Sicherheitslücke

IT-SecurityMicrosoft wurde vergangenen Freitag von Googles Sicherheitsteam über eine schwerwiegende Sicherheitslücke informiert, die alle Windows-Betriebssysteme betrifft und sogar die Ausbreitung von Würmern ermöglichen kann. Am heutigen Dienstag – den Mai-Patchday – legt das Unternehmen eine Sicherheitsaktualisierung für den Windows Defender nach, der die Lücke schließen soll. Das Update sollte in Kürze automatisch auf allen betroffenen Maschinen landen.

Der Fehler befindet sich in der Malware Protection Engine von Microsoft, die nicht nur im Windows Defender und Microsoft Security Essentials zum Einsatz kommt, sondern auch in diversen anderen Sicherheitslösungen des Unternehmens, etwa auch Forefront. Beispielsweise kann schon das Senden einer E-Mail mit bösartigem Inhalt nach Erhalt auf dem Rechner durch den Antimalware-Scan durch Microsoft zur Rechnerinfektion führen. Windows Defender ist seit Windows 10 mit dem Update aus dem Herbst 2016 oftmals zusätzlich zum installierten Virenscanner auf den Systemen aktiv, da Microsoft dort eine Option zum Parallelbetrieb eingebaut hat.

Da bereits Schadcode öffentlich verfügbar ist, der diese Schwachstelle ausnutzt, die faktisch auf jedem Windows-System einschließlich der Server offensteht, sollte die Aktualisierung möglichst zeitnah eingespielt werden. Dazu sollte das Aufrufen von Windows Update genügen.

Antivirensoftware noch sinnvoll? Selbstverständlich!

IT-SecurityIn jüngster Vergangenheit haben einige Programmierer frustriert die These aufgestellt, dass Antivirensoftware obsolet sei und die Sicherheit der Systeme beeinträchtige. Hintergrund dazu ist, dass die Antivirenprodukte inzwischen auch Netzwerkverkehr überwachen, der zwischen Server und lokalem Webbrowser ausgetauscht wird – und neuerdings auch verschlüsselte Verbindungen. Dabei haben einige Hersteller bei der Implementierung Fehler eingebaut, die die Sicherheit dieser Verbindung zwischen Server und Browser herabsetzen können. Dies kritisieren Sicherheitsforscher zu recht und die Antivirenhersteller reagieren zügig mit Softwarekorrekturen. Zudem gab es kürzlich Veröffentlichungen, die eine Sicherheitslücke im Windows-eigenen Application Verifier nutzen, um Antivirensoftware auszuhebeln. Es handelt sich im Kern also um eine Microsoft-Lücke.

Ein guter Computerschutz umfasst nicht nur einen reinen Dateiscanner, da Viren auf diverse Wege ins System kommen und den Anwender schädigen können. Im Zwiebelschalenprinzip fügen die Antivirenhersteller daher Schutzschicht um Schutzschicht nach: Neben dem ursprünglichen Dateiscanner, der auf Anforderung das System untersucht, kam so der Hintergrundscanner hinzu, der das Dateisystem in Echtzeit auf Änderungen überwacht. Weitere Komponenten sind dann beispielsweise E-Mail-Scanner oder Verhaltensüberwachung von Prozessen, also der laufenden Programme. Um bösartige Angriffe von Exploit-Kits zu erkennen, kamen dann Webtraffic-Analysekomponenten hinzu, die etwa Aktionen von Skripten in Webseiten untersuchen und bewerten.

Sofern Fehler in diesen Komponenten auftreten, versuchen die Hersteller, diese rasch zu beheben. Das ist ein ganz normaler und alltäglicher Vorgang: Wo Menschen arbeiten, wird es zwingend gelegentlich Fehler geben. Jeder Softwarehersteller muss nachbessern – man sieht dies unter anderem bei den monatlichen Patchdays von Microsoft. Die meisten Fehler fallen bereits weit vor Veröffentlichung neuer Komponenten in der Qualitätssicherung auf, einige erst später. Auch dann werden sie natürlich behoben.

Es sind bislang keine Angriffe aus der Praxis auf Virenscanner bekannt, um darüber Systeme zu infizieren oder Nutzer anzugreifen. Das liegt auch daran, dass die Position, die ein Angreifer zum Ausnutzen der jüngst bekannt gewordenen Lücken in Windows haben muss – beispielsweise lokalen Zugriff auf den Rechner -, bereits wesentlich einfacher weitreichenden Systemzugriff erlaubt.

Die Schutzwirkung durch Antivirensoftware ist jedoch unbestritten. Hier liefern Testlabore wie AV-Test.org regelmäßig Ergebnisse von Untersuchungen auf deren Webseite, die die gute Schutzwirkung der meisten Antivirenlösungen belegen. Das kostenlose, beim aktuellen Windows-Betriebsystem mitgelieferte Windows Defender schlägt sich dabei jedoch meist eher schlecht als recht. Daher ist der Einsatz von Antivirensoftware nach wie vor zwingend anzuraten – ohne sind Nutzer den Angreifern schutzlos ausgeliefert und haben keinerlei Unterstützung, Schadsoftware zu erkennen und abzuwehren.

Angriffe auf Sicherheitslücke in Windows nehmen zu

avg_logo_deMedienberichten zufolge wird eine eigentlich am vergangenen Microsoft-Patchday geschlossene Sicherheitslücke in Windows inzwischen gehäuft angegriffen. Die Lücke sollte zwar geschlossen sein, jedoch greift das Update nicht weit genug – Angreifer können auf anderem Wege die Lücke immer noch missbrauchen.

Für die ursprünglich unter dem Namen „Sandworm“ bekannte Lücke in der Verarbeitung von OLE-Datenströmen – also etwa Office-Dateien – gibt es noch keine weitere Sicherheitsaktualisierung seitens Microsoft; ein Fix-it-Tool steht jedoch bereit, dass viele bisherige Exploit-Versuche abwehren kann.

Die zunächst noch vereinzelten Angriffe mehren sich jetzt. Die Angreifer versenden dabei vor allem gefälschte Rechnungs-E-Mails mit manipulierten PowerPoint-Dateien im Anhang, um Schadsoftware auf die Rechner der Empfänger zu schleusen. Anwender und Administratoren sollten daher zum Einen das bereitgestellte Fix-it-Tool ausführen, zum Anderen auf einen aktuellen Virenschutz achten sowie zu guter Letzt Vorsicht bei unverlangt zugesandten Dokumenten walten lassen und diese im Zweifel besser nicht öffnen.

Geschrieben von Dirk Knop.

Zero-Day-Sicherheitslücke in Windows wird angegriffen

avg_logo_deIn allen derzeit unterstützten Windows-Versionen bis auf Server 2003 klafft eine Sicherheitslücke, die bereits angegriffen und zum Einschleusen von Schadcode missbraucht wird. Der Fehler in den OLE-Routinen von Windows ermöglicht manipulierten Dokumenten, etwa beim Besuch einer Webseite einen Trojaner zu installieren. OLE ist ein internes Speicherformat von Dokumenten und Dateien.

Microsoft empfiehlt, die Benutzerkontensteuerung zu aktivieren – diese warnt vor der Ausführung des Schadcodes; in der Praxis ist das wahrscheinlich weniger hilfreich, da die Nutzer gewohnt sind, derartige Dialoge rasch wegzuklicken. Das Unternehmen stellt jedoch auch ein Fix-it-Tool bereit, das die derzeitigen Angriffe verhindert; das Fix-it-Tool setzt jedoch an Powerpoint an, andere Angriffsvektoren bleiben offen.

Derzeit versuchen Cyberkriminelle, durch Zusenden manipulierter PowerPoint-Dateien einen Schädling einzuschleusen. Daher sollten Administratoren das Fix-it-Tool in ihrem Netz sowie Nutzer an Einzelplätzen es auf diesen ausführen. Zudem sollten sie erhöhte Wachsamkeit gegenüber unverlangt zugesandte PowerpPoint-Dateien haben.

Geschrieben von Dirk Knop.

Uralte Sicherheitslücke in Kompressionsalgorithmus gefährdet nicht nur Linux-Server

avg_logo_deEine inzwischen 20 Jahre alte Sicherheitslücke in der Kompressionsbibliothek LZO und LZ4 gefährdet nicht nur Linux-Nutzer, sondern auch Nutzer diverser Programme, in denen die Bibliothek zum Einsatz kommt: Etwa die weit verbreiteten Mediaplayer auf Basis von FFMPEG/libav oder OpenVPN. Da die Implementierungen auf dem Originalentwurf des Ziv-Lempel-Algorithmus basieren, enthalten sie auch einen Ganzzahlüberlauf, durch den je nach Umsetzung ein Denial-of-Service oder gar das Ausführen eingeschleuster Malware möglich ist.

Wo Updates verfügbar sind, sollten sie daher zeitnah eingespielt werden. Dies ist etwa ab dem Linux-Kernel 3.15.2 der Fall. Zudem sollte ein aktueller Virenschutz auf dem System laufen, um mögliche bösartige Eindringlinge aufzuspüren und zu blockieren. Unter Linux gibt es dafür das kostenlose AVG AntiVirus Free. Für den Unternehmenseinsatz bietet Microworld mit eScan for Linux ebenfalls eine Antivirenlösung an.

Geschrieben von Dirk Knop.

Patch-Reigen von Microsoft

Am Februar-Patchday von Microsoft hat das Unter­nehmen zahlreiche Sicher­heits­updates für nahezu alle Produkte veröffentlicht. Kritische Sicherheitslücken, die Angreifer zum Ausführen eingeschleusten Schadcodes miss­brauchen können, inden sich vor allem im Internet Explorer und im Betriebssystem selbst.

Da alleine im Internet Explorer eine bereits öffentlich bekannte und 23 weitere Sicher­heits­lücken mit den Updates geschlossen sowie die Lücke in Windows selbst durch die Software-Flicken entschärft werden, sollten Administratoren und Nutzer die Updates rasch einspielen. Dazu genügt es, unter „Start“ – „Alle Programme“ – „Windows Update“ aufzurufen und damit die Aktuali­sierungen anzustoßen.

Die Unterstützung für Windows XP läuft am 08. April 2014 aus. Nutzer dieses Betriebs­systems sollten jetzt anfangen, den Umzug auf ein aktuelleres Windows-System wie Windows 7 oder 8 zu planen. Deren Support-Zeiträume umfassen noch mehrere Jahre.

Geschrieben von Dirk Knop.