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Updates über Updates – wenn in der IT alles mit allem zusammenhängt

Kaum ist ein Update installiert, folgt der nächste Patch. Dann benötigt plötzlich ein Treiber eine Aktualisierung, eine Fachanwendung verhält sich anders als vorher oder ein Softwarehersteller muss seinerseits nachbessern.

Wer IT-Systeme betreut, dürfte dieses Muster aus den vergangenen Monaten gut kennen.

Dabei wäre es zu einfach, die Ursache bei einem einzelnen Hersteller zu suchen. Das eigentliche Problem liegt tiefer: Moderne IT-Systeme bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten, die immer stärker voneinander abhängig sind.

Ein Update kommt selten allein

Ein Windows-Update verändert das Betriebssystem. Darauf müssen Treiber, Sicherheitssoftware und Anwendungen weiterhin zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig befinden sich auch diese Produkte in ständiger Weiterentwicklung.

Das funktioniert erstaunlich oft problemlos. Aber eben nicht immer.

Besonders anspruchsvoll wird es, wenn ältere Treiber, spezielle Branchenlösungen oder Legacy-Anwendungen im Einsatz sind. Manche dieser Produkte wurden vor vielen Jahren entwickelt. Mitunter existieren die ursprünglichen Entwickler nicht mehr oder die Software wird nur noch eingeschränkt gepflegt.

Trotzdem muss sie mit einem aktuellen Betriebssystem, aktuellen Treibern und aktuellen Sicherheitslösungen zusammenspielen.

Die Zahl möglicher Kombinationen ist enorm. Kein Hersteller kann jede denkbare Konstellation vollständig testen.

Keine Updates sind auch keine Lösung

Die Konsequenz daraus kann natürlich nicht sein, Aktualisierungen möglichst lange hinauszuzögern.

Updates schließen Sicherheitslücken, beseitigen Fehler und sorgen dafür, dass Systeme weiterhin unterstützt werden. Gerade angesichts der heutigen Bedrohungslage ist ein konsequentes Patch-Management unverzichtbar.

Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob aktualisiert wird, sondern wie.

Updates kontrolliert auszurollen, sie zunächst zu prüfen und bei Bedarf zeitversetzt freizugeben, kann das Risiko erheblich reduzieren. Gerade in Unternehmensumgebungen ist ein entsprechendes Patch- und Update-Management deshalb sinnvoll.

Wenn Sicherheitssoftware und Fachanwendung kollidieren

Noch komplizierter wird es, wenn nach einer Aktualisierung Probleme zwischen verschiedenen Anwendungen auftreten.

Ein typisches Beispiel ist die Sicherheitssoftware. Erkennt sie eine Datei oder ein bestimmtes Verhalten als verdächtig, kann die Ursache auf unterschiedlichen Seiten liegen.

Handelt es sich um eine tatsächliche Bedrohung? Um eine veränderte Programmdatei? Um ein False Positive? Oder hat eine neue Version der Anwendung ein Verhalten eingeführt, das von der Sicherheitslösung anders bewertet wird?

Eine pauschale Ausnahme in der Sicherheitssoftware ist dann zwar schnell eingerichtet – aber nicht unbedingt die beste Lösung.

Zusammenarbeit statt Ausnahmen

Avast bietet Softwareherstellern die Möglichkeit, eigene Anwendungen zur Prüfung und Freigabe einzureichen. Dadurch kann der Security-Hersteller mit einer definierten und vom Softwareanbieter bereitgestellten Version arbeiten.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Statt eine möglicherweise unbekannte Datei einfach von der Erkennung auszunehmen, lässt sich nachvollziehen, welche Softwareversion tatsächlich geprüft wurde. Kompatibilitätsprobleme und False Positives können dadurch gezielter analysiert und dauerhaft beseitigt werden.

Aus unserer Erfahrung können solche Verfahren sehr effektiv sein. Sie funktionieren allerdings nur, wenn beide Seiten mitarbeiten.

Wer ist eigentlich zuständig?

Genau hier beginnt in der Praxis häufig das Problem.

Bei einer Kollision zwischen Fachanwendung und Sicherheitssoftware stellt sich schnell die Frage nach dem Ansprechpartner. Der Security-Hersteller verweist möglicherweise auf die Anwendung, deren Hersteller wiederum auf die Sicherheitssoftware.

Für den betreuenden IT-Dienstleister und seinen Kunden ist das wenig hilfreich.

Technische Probleme an den Schnittstellen lassen sich langfristig nur lösen, wenn die beteiligten Hersteller miteinander arbeiten. Dazu gehört auch, Softwareversionen für Kompatibilitätstests zur Verfügung zu stellen und auf technische Rückfragen zu reagieren.

Nicht bei jedem Hersteller ist die Bereitschaft dazu gleichermaßen ausgeprägt.

Auch Partner können etwas bewegen

Als Distributor können wir technische Probleme aufnehmen, an Hersteller eskalieren und bei der Kommunikation unterstützen. Aber auch unsere Partner können einen wichtigen Beitrag leisten.

Wenn sich beispielsweise Probleme zwischen einer Fachanwendung und Avast zeigen, sollte nicht ausschließlich Avast angesprochen werden. Auch der Hersteller der betroffenen Anwendung sollte von seinen Kunden und betreuenden IT-Dienstleistern auf das Problem hingewiesen werden.

Existiert ein entsprechendes Kompatibilitäts- oder Freigabeprogramm, kann man den Hersteller gezielt darauf aufmerksam machen.

Denn manchmal ist es tatsächlich die Zahl der Anfragen, die dafür sorgt, dass ein Thema die notwendige Priorität erhält.

Die IT wird nicht weniger komplex

Die Abhängigkeiten zwischen Betriebssystemen, Treibern, Anwendungen und Sicherheitslösungen werden eher zu- als abnehmen.

Hundertprozentige Kompatibilität für jede denkbare Kombination wird deshalb niemand garantieren können. Umso wichtiger werden kontrollierte Update-Prozesse, nachvollziehbare Tests und direkte Kommunikationswege zwischen den Herstellern.

Updates bleiben notwendig. Aber ebenso wichtig ist ein professioneller Umgang mit den Nebenwirkungen, die Updates in komplexen IT-Umgebungen verursachen können.

Und manchmal besteht die Lösung eben nicht in einem weiteren schnellen Workaround, sondern darin, die richtigen Hersteller miteinander ins Gespräch zu bringen.