
Zentrale Verwaltungen
Es wird häufig über Cloudverwaltung und On-Premise-Verwaltung sowie deren Vor- und Nachteile gesprochen. Doch was macht eine zentrale Verwaltung eigentlich aus?
Generell benötigt man mehrere Komponenten, um eine Verwaltung aufzusetzen:
- Eine Datenbank für die Geräte, deren Einstellungen und weitere Informationen.
- Eine Kommunikationsschnittstelle zwischen Datenbank, Geräten und Verwaltungsoberfläche.
- Eine Verwaltungsoberfläche.
Darüber hinaus stellen sich schnell weitere Fragen:
- Soll die Verwaltung von einem dedizierten Rechner aus erfolgen oder von mehreren Geräten? Auch remote?
- Wie handhabt man Geräte, die nicht dauerhaft mit dem Firmennetzwerk verbunden sind, beispielsweise Laptops im Homeoffice oder unterwegs?
Schauen wir uns die benötigten Komponenten einmal genauer an.
Die Datenbank
Für die Datenablage wird eine Datenbank benötigt. Das kann durchaus eine lokale Microsoft SQL-Datenbank sein. Sobald jedoch die Anzahl der verwalteten Geräte wächst, wird häufig ein dedizierter SQL-Server erforderlich.
Für einen Administrator ist dies grundsätzlich kein großes Problem. Allerdings existieren zahlreiche SQL-Server-Produkte und unterschiedliche Versionen. Entwickler müssen sich daher auf verschiedene Plattformen einstellen. Besteht jeder Anbieter auf „seinen“ SQL-Server, entsteht für den Administrator schnell ein Zoo unterschiedlicher Datenbankserver, die verwaltet werden müssen.
Hinzu kommt die Frage nach den Updates. Schließlich muss die zentrale Verwaltung jederzeit zuverlässig mit der Datenbank kommunizieren können. Seit Jahrzehnten stellt dies eine Herausforderung für lokale Verwaltungsplattformen dar. Nicht wenige Anbieter setzen sogar eine bestimmte Datenbankversion eines bestimmten Herstellers voraus.
Die Kommunikation
Für die Kommunikation zwischen Clients und der zentralen Verwaltung werden heute häufig JSON-basierte Datenstrukturen verwendet, gegebenenfalls auch verschlüsselt.
Dafür wird eine Komponente benötigt, die diese JSON-Daten sicher und autorisiert zwischen den Geräten und der Verwaltung überträgt. Hier befinden sich letztlich auch die entsprechenden Logiken und Algorithmen – neudeutsch oft als „KI“ bezeichnet.
Technisch lässt sich dies gut über einen Webserver realisieren. Ob man dafür eine eigene Lösung entwickelt oder beispielsweise auf Apache als Basis setzt, ist zunächst zweitrangig. Für Entwickler stellt sich jedoch erneut die Frage: Für welche Plattform soll entwickelt werden?
Die Verwaltungsoberfläche
Den größten Entwicklungsschritt hat die Verwaltungsoberfläche gemacht. Da heute alles von überall aus verwaltet werden soll, haben sich webbasierte Oberflächen als Standard etabliert.
Diese Weboberfläche – also letztlich eine Website mit Schnittstellen zur Datenbank und den Kommunikationskomponenten – benötigt wiederum einen Webserver. Damit stehen Entwickler erneut vor der Herausforderung, für welche Webserver-Plattform und welche Varianten sie entwickeln sollen. Die unterschiedlichen Anforderungen und Besonderheiten der verschiedenen Browser kommen zusätzlich hinzu.
Nicht zu vergessen ist die Frage der Erreichbarkeit. Von welchen Standorten aus soll die Anwendung verfügbar sein? Schnell entstehen daraus weitere Anforderungen an Firewalls und andere Sicherheitsmechanismen.
Die Herausforderungen von On-Premise-Lösungen
Alles in allem hat sich eine lokale, zentrale Verwaltung (On-Premise) zu einem komplexen Szenario für Anbieter entwickelt. Eine Zeit lang konnte man noch argumentieren, dass eine klar definierte Infrastruktur – beispielsweise mit einer vorgeschriebenen Oracle-Datenbank – alle Rahmenbedingungen festlegt.
Selbst wenn man die Architektur einer Cloudlösung als lokale Installation umsetzen wollte, ergeben sich erhebliche Unterschiede. Cloudplattformen sind grundsätzlich hoch skalierbar und müssen daher ganz andere Anforderungen erfüllen als eine lokale, möglicherweise vergleichsweise kleine Installation. Die daraus resultierenden Anforderungen können für Kunden schnell kostspielig werden.
Die Realität im Betrieb
Doch nicht nur die technische Seite spielt eine Rolle. Auch die Erfahrungen mit Kunden und Dienstleistern sind relevant.
In den vergangenen 25 Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass zentrale Verwaltungsplattformen nicht regelmäßig aktualisiert wurden. Sichtbar wurde dies häufig daran, dass neue Funktionen der Clients in der Verwaltung nicht mehr angezeigt wurden oder die Kommunikation zwischen den Komponenten vollständig zusammenbrach.
Warum die Zukunft in der Cloud liegt
Genau hier liegen die Stärken einer Cloudverwaltung. Der Anbieter hat alle relevanten Komponenten selbst in der Hand. Er kann die Plattform kontinuierlich aktualisieren und sicherstellen, dass zentrale Verwaltung und Clients stets aufeinander abgestimmt bleiben.
Dies spart erhebliche Entwicklungs- und Wartungsaufwände. Gleichzeitig wird die fortschreitende Dezentralisierung der Arbeitswelt durch mobiles Arbeiten und Homeoffice zum zusätzlichen Treiber dieser Entwicklung.
Hinzu kommt, dass zahlreiche moderne Sicherheitsfunktionen eine Cloudanbindung voraussetzen oder zumindest deutlich davon profitieren. Patchmanagement ist hierfür nur ein Beispiel. Auch regulatorische und rechtliche Anforderungen können zusätzlichen Druck erzeugen.
Daher spricht vieles dafür, dass die Bedeutung klassischer On-Premise-Lösungen in Zukunft weiter abnehmen wird. Die eigentliche Frage lautet nicht mehr, ob dieser Wandel stattfindet, sondern wann einzelne Anbieter den vollständigen Umstieg auf Cloudlösungen vollziehen werden.
