Mehrere Virenscanner gleichzeitig – keine gute Idee

Die Idee ist naheliegend: Wenn ein Virenscanner bereits gut schützt, müssen doch zwei davon perfekt vor uner­wünschten Eindringlingen auf dem Rechner warnen! Doch leider sieht die Realität anders aus. Im Gegenteil, zwei Virenscanner mit Hintergrund­­wächter zur gleichen Zeit auf dem Rechner können sogar dazu führen, dass der Rechner gar nicht mehr richtig startet und unbenutzbar wird.

Um zu verstehen, wo das herkommt, muss man sich die Funktionsweise eines Hintergrund­­wächters genauer ansehen: Der zieht zwischen den Hardware-Treibern und darauf zugreifenden Windows-Schnitt­­stellen eine weitere Schicht ein, in der er die durchgereichten Daten zunächst abfängt, untersucht, und anschließend weiterleitet. Wollen das nun gleich zwei Wächter machen, leuchtet direkt ein, dass dies zu großen Verzögerungen führen muss. Die Daten werden etwa noch recht zügig von der Festplatte angeliefert, aber vom ersten Virenscanner ausgebremst und untersucht. Dann werden sie an den zweiten Virenscanner weitergereicht, der ebenfalls versucht, die Daten zu analysieren, und dann erst an die Windows-Schnitt­stellen weitergeleitet.

Im besten Fall verlangsamt sich das System durch diese Konstellation sehr stark. Im schlech­testen Fall geht Windows jedoch davon aus, dass die Daten gar nicht geliefert werden, weil sie nicht innerhalb eines bestimmten Zeitfensters angeliefert werden. Dann startet beispielsweise Windows gar nicht mehr, oder es zeigen sich logisch nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen des Systems.

Daher sollte nur eine Antivirenlösung mit Hintergrund­wächter auf dem System installiert sein; dasselbe gilt für Desktop-Firewalls. Falls man gelegentlich eine zweite Meinung einholen möchte, kann man zahlreiche Virenscanner aber sehr abgespeckt installieren und den Hintergrund­wächter deaktivieren. Dann kann man die sogenannte OnDemand-Komponente auf Wunsch selber starten und die Festplatten damit untersuchen. Es gibt auch einige reine OnDemand-Scanner, die genau für diesen Zweck hergestellt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist das MicroWorld Anti-Virus Toolkit MWAV – das laden Sie lediglich herunter und starten es. Es entpackt daraufhin alle benötigten Komponenten, die Sie mit einem Mausklick aktualisieren und anschließend mit diesem Programm den Rechner zusätzlich auf Schädlings­befall untersuchen und gegebenenfalls bereinigen können. Das funktioniert auch auf einem USB-Stick, sodass Sie das Programm immer dabei haben.

Links:
MicroWorld-Download MWAV http://www.jakobsoftware.de/hersteller/microworld/download.html

Geschrieben von Dirk Knop