Mehr als ein Viertel ohne Virenschutz (Update)

Vergangene Woche veröffentlichte der Think Tank der GfK fast unbemerkt eine Studie zur Internetnutzung in Deutschland, für die er 1.500 Nutzer befragte. Einige Ergebnisse sind erschreckend, zeigen jedoch, dass noch Potenzial in dem Markt ist: So haben zwar 72 Prozent der Nutzer einen Virenscanner installiert – jedoch folglich 28 Prozent nicht. Insbesondere Gelegenheitsnutzer, also jene, die nicht täglich, aber mehrmals im Monat im Netz unterwegs sind, lassen Schutzmaßnahmen schleifen. Von ihnen nutzen lediglich 55 Prozent einen Virenschutz.

Auch beim Thema Passwörter sind die Zahlen ernüchternd. Ein Viertel der Nutzer gab an, sichere Passwörter zu verwenden, ebenso groß ist der Anteil derer, die ihre Passwörter regelmäßig ändern. Die Themen verschlüsselte E-Mail oder anonymes Surfen sind für deutsche Nutzer eher Randnotizen, lediglich 5 respektive 4 Prozent nutzen Software dafür. Insbesondere im Hinblick auf den NSA-Überwachungsskandal überrascht das.

Abwehrmaßnahmen geht jeder zehnte Befragte durch Falschangaben wie Fantasie­namen in sozialen Netzen sowie dem Verwenden einer separaten E-Mail-Adresse für Online-Aktivitäten wie Gewinnspiel­teilnahmen an.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Internetnutzer das Thema Sicherheit zwar kennen, aber immer noch ein großer Teil keine Schutzmaßnahmen ergreift. Einige einfache Programme unterstützen den Anwender jedoch sehr effizient dabei: Etwa AVG AntiVirus als Virenschutz und Sticky Password als Passwort-Verwaltung und -Generator.

Update 28.11.2013 12:30 Uhr: Der Providerverband eco hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in der „Initiative S“ jetzt ebenfalls eine bundesweite Umfrage durchgeführt. Demnach glauben drei Viertel der Befragten, dass lediglich Webseiten von Großunternehmen angegriffen würden. Tatsächlich stehen jedoch alle Webseiten unter Beschuss und werden angegriffen. Insbesondere Handwerksbetriebe wähnten sich in falscher Sicherheit in Anbetracht der Tatsache, dass jeder dritte Rechner in Deutschland infiziert sei – natürlich auch in Unternehmen. Lediglich ein Drittel der befragten Unternehmen hätten einen in IT-Sicherheit geschulten Mitarbeiter.

Geschrieben von Dirk Knop.