Backups und deren Zeitbedarf

By 10. Dezember 2020Dezember 22nd, 2020IT Security Blog
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Viele Sicherheitsanwendungen müssen immer in Echtzeit im Hintergrund laufen. Da machen wir uns wenig Gedanken über die Zeit, welche dafür aufgewendet werden. Aber wenn wir uns dem wichtigen Baustein Backup nähern, dann wird Zeit zu einem ganz zentralen Aspekt.

Ein Backup ist sicherlich primär von der Datenmenge abhängig, die zu sichern ist. In der Regel denken wir auch an Programme, die dabei „schnell“ sind. Generell denken wir auch noch an schnellere Festplatten, größere CPUs, mehr Arbeitsspeicher. Aber Backups haben auch noch andere Stellschrauben. So ist das Ziel wichtig. Hier sehen wir uns als Ziel den Speicherort an, auf den wir das Backup ablegen wollen. Ziemlich offensichtlich ist die Ablage eines Backups auf derselben Platte, auf der die Daten liegen nicht optimal, gerade im Hinblick auf die Hardwaresicherheit keine gute Idee. Aber: Dieses Ziel hat vermutlich den schnellsten Durchsatz in der Bearbeitung. Wenn wir als Ziel ein klassisches Netzwerklaufwerk in einem Windows-Netzwerk nehmen, wird die Dauer, welche ein Backup benötigt, steigen. Nehmen wir kleine NAS-Systeme, die für eine Arztpraxis im Umfang ausreichen würden, kann das Speichern auf diesen Systemen viel Zeit erfordern. Hochgeschwindigkeit-SAN Lösungen hingegen sind in diesen Fällen eher übergroß und auch zu teuer. So gesehen: Was spricht dagegen, das Backup lokal auszuführen und dann auf einen Speicherort im Netzwerk zu transferieren? Übrigens: Auch ein Gigabit-Glasfaseranschluss kann den Speicherort im Internet nicht beliebig schnell machen. Letztlich kommt es darauf an, ob der Speicherort im Rechenzentrum für diese Operation ausgelegt ist. In der Regel sind Webserver eher für schnelle Downloads konzipiert.

Eine weiterführende Idee ist es, die Datenmenge im Backup durch Komprimierung zu verkleinern. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass die Komprimierung auch einen Zeitbedarf hat und gegebenenfalls immer wieder „nachkomprimiert“. Auch hier dürfte oftmals das Erstellen des Backups und dann eine Komprimierung schneller sein, als die direkte Komprimierung im Backupprogramme.

Wenn wir dann noch die Verifikation im Backup-Prozess dazu nehmen, werden die Zeiten oft gruselig. Allerdings ist ein Backup ohne Verifikation wirklich wiederherstellbar? Denn die Angst, ein Backup nicht wieder einspielen zu können, ist ja auch die Motivation, alles so sicher wie möglich zu machen.

Wir konnten bei Jakobsoftware in einer kleinen Recherche ein paar Zahlen ermitteln:

Gegenüber einem Backup als Direktkopie vervierfacht sich die Dauer schon beim Einschalten der Verifikation. Schaltet man dann noch eine Komprimierung dazu, kann der Faktor schon bei 20 liegen. Liegt das Ziel auf einer USB3-Platte, kann man mit einem Faktor sechs gegenüber der Direktkopie rechnen. Mit Prüfung liegen wir etwa bei einem Faktor zehn und wenn Prüfung und Komprimierung eingeschaltet sind, gehen die Zahlen durch die Decke: Ein Test liefert da eher Faktoren um die 110. Schon die Direktkopie auf ein Fritzbox-NAS liefert einen Faktor von gut 100. Prüfung und Verifikationseffekte kann man sich dann selbst ausmalen.

Bitte denken Sie aber daran, dass das lediglich Anhaltspunkte sind. Für eine wissenschaftlich fundierte Aussage fehlt letztlich eine gemeinsame Vorstellung, was wie für die Zeitermittlung protokolliert werden soll. Wir haben diese Recherche bei einigen Programmen durchgeführt. Schließlich wollten wir unser Backupkonzept der Arbeitsplätze optimal einrichten. Die von uns getesteten Programme haben im Großen und Ganzen ähnliche Verhältnisse: Bei großen Datenmengen! Kleine Datenmengen, die man auch Bewegungsdaten nennt, also Desktop, Einstellungen, lokale Bilder und Dokumente, fallen in der initialen Laufzeit nicht so ins Gewicht, wenn man Inkrementelle Methoden hinzuzieht um so weniger. Aber bewegen wir uns Richtung „Systemsicherung und -wiederherstellung“, dann ist Zeit ein wesentlicher Faktor. Allerdings haben wir in diesem Aufgabengebiet auch noch ganz andere Dinge zu bedenken.

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